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Questen

das Salz in der Rollenspielsuppe

Übersicht

Spielleiter einer Quest im P&P kennen das Prinzip der Planung und auch Spielern ist es sicher nicht verborgen. Man baut eine Story, eine Hintergrundgeschichte als Gerüst. Man wählt die Orte, man wählt, was alles an Hindernissen auf die Spieler zukommt und gestaltet es sehr offen, damit die Eigendynamik der Gruppe und der Spieler selbst nicht in ihrem Handeln beschnitten wird, denn sonst könnte man besser Monopoly spielen. Ist doch supereinfach! Naja, nicht ganz: UO hat so seine Tücken und Grenzen, denn was gemacht wird, muss auch möglich sein. Das Spiel gibt uns unseren Handlungsrahmen vor. Manchmal ist es machbar, die Spielumstände durch die Scripter zu verbessern, was das Spiel um einiges interessanter macht und neue Möglichkeiten offenbart.

Questzeiten

Wir haben, vielleicht auch "leider" UO nicht zum Hauptberuf. Ich würde sagen, es ist ganz gut, denn ich persönlich sehe auch die Gefahr, zu sehr in diese Online-Welt zu versinken. Viele werden mir da zustimmen, wenn ich einige als süchtig bezeichne. Ein wenig bin ich das ja selbst, obwohl, kann man überhaupt "ein wenig" süchtig sein? Kann sich ja mal jeder selbst beantworten. - Die Questen sind also abends, am Wochenende auch mal nachmittags und wenn einige Studenten-GMs unter uns auch tagsüber die Zeit haben, dann auch gar am Tage, doch vorwiegend eben am Abend bis in die Nacht.

Wie suchen wir die Teilnehmer aus?

Wer zu den Zeiten online ist, an denen auch die Quester etwas machen, hat das Glück einer Teilnahmemöglichkeit. Dies hängt natürlich davon ab, ob es sich nur um eine Kurzquest, eine mittelfristige oder gar eine Langzeitquest handelt. Der Einstieg in eine mittel- und Langquest ist jederzeit möglich, und keiner der Quest-GMs wird jemanden von vornherein auschliessen wollen. Selbst wenn er schon früher einmal negativ aufgefallen ist, so geben wir jedem die Chance, im RP sein Bestes zu geben. Jedem eben so nach seinen Möglichkeiten und wenn jemand nachher wissen will, wie ich persönlich sein RP fand, so darf er mich das gerne fragen. Wer lernen will, ist herzlich dazu eingeladen. Wer konstruktive Kritik anbringen will, soll das tun und mich anmailen.
Es gibt auf unserem Shard Spieler, die sehr viel online und/oder schon sehr lange bei uns sind. Diese kennen viele andere Chars, doch kennen wir GMs kaum einen von ihnen persönlich. Diese Spieler haben natürlich auch durch ihre Online-Zeiten beste Voraussetzungen auf eine Teilnahme, doch prüfe ich zum Beispiel gern das RP, indem ich selbst als Char auftrete. Welche Chars ich da jetzt spiele, sage ich natürlich nicht.
Manchmal spiele ich auch einfach so drauflos und schaue, was sich ergibt, und ob man daraus was machen könnte. Ich will auch mal kurz eine kleine Statistik geben: Es wurden bis Juni 02, zumindest seitdem ich hier bin, insgesamt 38 kleine und grosse Questen durch Quester durchgeführt (9 Monate= 36 Wochen, also ca. 1 Quest die Woche). Allein in den von mir geführten Questen haben 53 verschiedene Playerchars teilgenommen, einige auch mehrfach, doch es ist keine kleine Zahl, wie ich meine. Warum ich die Leute notiere ist klar: Ich schreibe mir gute Ideen der Spieler auf, als Kriterium für RPPs, und zudem besteht immer noch der Wunsch von meiner Seite her, dass alle mal dran kommen. Zählt man nun noch die Chars dazu, die bei anderen Questern teilgenommen haben, so sind das sicher nicht wenige.

Grüppchenbildung

Wie im richtigen Leben auch, bildet man ig eine Art Freundeskreis. Für Aussenstehende ist es oft ziemlich schwierig, dort hineinzukommen, denn die Player haben zusammen Erinnerungen an etwas, was sie zusammen erlebt haben. Diese Erinnerungen verbinden sie und ein Newbie, oder auch ein unbekannter Char haben doch erstmal nichts mit ihm gemein. Man muss also erstmal in diese Gruppe eingeführt werden oder sich den mut nehmen, sich selbst einzuführen. Dabei sollte man bedenken, dass die anderen jedoch immer noch ein innigeres Bündnis zueinander haben als zu einem selbst. Kommt man in eine schon bestehende Gruppe, so wird man von dem einen Char sofort gut akzeptiert, von anderen eher gemieden oder vielleicht sogar ig gemobbt. Warum? Im richtigen Leben ist es so, dass wir einer Person begegnen und unsere Menschenkenntnis oder einfach nur erster oberflächlicher Eindruck lassen uns eine schnelle Meinung bilden. (Rein psychologisch gesehen, dauert dies übrigens nur 10 Sekunden.) Diese Meinung nun zu revidieren, ist nicht einfach. Ig ist es natürlich anders: Man trifft sich, wechselt meist ein paar Worte. Anhand der Pixelerscheinung kann der Char zwar den anderen nicht mögen, aber die Sympathie des PO macht sich wohl kaum an der Pixelgrafik fest. Es ist eher der erste Spieleindruck, innerhalb der ersten Minuten, der festlegt, ob der Char gegenüber interessant wirkt bzw. auch der PO der dahintersteckt. Man bildet sich einfach eine Meinung über den PO und dessen Char, ob man will oder nicht. Und alle reagieren eben anders auf die Art des anderen zu spielen. Dadurch bilden sich Gruppen. Dieser Vorgang ist von uns GMs nicht zu unterbinden oder zu steuern.

Questen in Dungeons...

...finden kaum oder gar nicht statt. Warum ist das so? Ganz Einfach: Wir Quester überlegen uns mehr als nur eine Engine-Quest, bei der es darauf ankommt, Viecher aus dem Weg zu räumen und den Schatz zu heben oder die Königstochter zu befreien. Unsere Ansprüche sind diesbezüglich sehr hoch. Wenn sie euch zu hoch sind, dann schlagt mal was vor, doch diese simplen platten Stories ist keiner von uns gern zu leiten bereit. Wir sind kein Diablo-Spiel, kann ich nur dazu sagen und es gibt keinen Grund, die Möglichkeiten einer Quest nicht rätselhafter zur gestalten oder durch andere Hindernisse als nur Monster zu erschweren. Zudem sind Versuche eines Queststarts in einem Dungeon oft fehlgeschlagen. Beispiel: Eine Gruppe zieht kämpfend durch einen Dungeon. Sie erschlagen einen untoten Magier und finden dort neben nicht gerade alltäglichen Gegenständen in dessen Loot zudem noch Ginseng. Dieser Ginseng hat jedoch eine seltsame Farbe und heisst auch noch "Wurzel der Erkenntnis". Alles deutet darauf hin, dass es sich hierbei um mehr handelt, als nur um eine normale Zauberreagenz. Gespannt sitze ich vor dem Monitor und erwarte die ersten Reaktionen, wie zum Beispiel: "Was ist das?" oder ein "Seltsam". br> Doch was geschieht? Die Gruppe steckt es kommentarlos ein, und geht zum nächsten Monster, um es zu plätten und den Dungeon zu säubern. Quest beendet.

Einstieg in laufende Quests

OOC-Nutzung ist natürlich nicht golden, um in eine laufende Quest einzusteigen, z.B. weil man von einem Freund über ICQ davon gehört hat. Aber mal ehrlich: Einen vernünftigen Ingame-Grund kann man immer finden, um sich zumindest in der Nähe eines Quest-Schauplatzes aufzuhalten. Ist man erst dort, kann man vielleicht Leute kennenlernen oder treffen, die einen in die Quest reinbringen. Ungewollt und überraschend in eine zu geraten, ist natürlich viel schöner! Dies ist jetzt kein Aufruf zur OOC-Nutzung ingame nach Unterhaltung mit anderen, aber sich in der Nähe einer interessanten Sache aufzuhalten zu wollen, ist sicher kein RP-Verbrechen. Manchen fällt es leicht, sich in eine Quest einzubringen, vor allem durch ihr auffälliges RP, und dabei spreche ich jetzt nicht von herausragendem RP, sondern eben durch das Herausragen aus der Masse und in Szene setzen. Diejenigen, die sagen: "Ich habe Angst an einer Quest teilzunehmen, weil ich denke, dass es so eine wichtige Sache ist und ich nichts falsch machen will", denen antworte ich: Egal! Macht mit, WEIL es eben so eine wichtige Sache ist. Wenn sie euren Char auch angehen, dann seid dabei, doch bleibt eurem RP treu. Passt euch nicht an, verbiegt euch nicht, weil es in einer Situation günstiger erscheint. SOLLTET ihr einen Fehler machen und jemand weist euch in der Party, als SYS-Message oder im ICQ daraufhin, dann seht den Fehler auch mal ein. Sagt dann nicht: "Aber ich weiss Sachen, von denen du nichts weisst, und deshalb war es richtig", wenn dies nicht zutrifft. Seid ehrlich zu euch und zu den anderen. Sagt dann lieber mal "Entschuldigung" und macht weiter. Passiert ein Fehler, welcher nicht einfach mal zu übergehen ist, dann zieht einen GM zu Rate, wenn er nicht sogar im Gegenüber steckt, und macht mit dem anderen ZUSAMMEN (!) weiter. An die jenigen gerichtet, die dadurch einen Nachteil haben: Es macht vielleicht ein wenig euer mühevoll erarbeitetes RP kaputt und ihr ärgert euch ohne Ende. Ich verstehs und ehrlich gesagt, wird derjenige es auch verstehen, der euch in diese Lage brachte. Versucht zu improvisieren und verzeiht auch mal einen Fehler, denn wenn ihr eurer Gegenüber nicht an seinen Fehlern messt sondern an seinen Stärken, wird man es euch auch gleichtun. Beispiel: "Ah Ihr seid ein Vampir!" Blöder Patzer, OOC-using, weils man gar nicht wissen kann. Ganze RP-Story des anderen in Gefahr. Der andere teilt einem das freundlich aber bestimmt im Partychat mit. Man einigt sich: Der andere kanns nicht wissen. Man improvisiert, um das Ganze so gut wie möglich auszubügeln: "*lacht verlegen* Verzeiht, aber ich wollte euch nicht beleidigen. Ihr seht sehr kränklich bleich aus. Ich wollte mich nicht über eure Krankheit lustig machen. Es war nur so, dass es mich an die Schauergeschichten erinnerte, die man mir als Kind erzählte." Nicht golden, aber immerhin noch die Kurve gekratzt.

Die RPP-Vergabe

Einige von euch konnte schon ne Menge RPPs bekommen, doch liegt das nicht daran, dass wir jemanden bevorzugen. Es ist menschlich und logisch, dass man einige Spieler hat, denen man supergern beim Spielen zuschaut. Bei mir sind das bis zum heutigen Tage 32 spieler in ihren etwa 96 Chars. Davon kann sich keiner von uns freisagen. Ein anderer GM hingegen hat andere Spieler, denen er gern zuschaut und so kommen ohne Ende Spieler zusammen, denen wir gern zusehen. Wie vergeben wir denn nun die RPPs? Ist neben dem RP-Char-spielenden GM ein anderer invis dabei, so verteilt dieser die RPPs, da er in seiner Beobachterrolle das ganze gut überblicken kann. Auch verteilen die aktiven GMs RPPs, klaro. Je nachdem, wieviele GMs gerade online sind, und wo sie sich bei Spielern aufhalten, werden RPPs verteilt. Zwei Stunden pures RP und dann 25 rpps, oder gar keine, will mich da einer verarschen? Diese Frage würde ich mir auch stellen, wenn es so käme, wenn ich nicht wüsste, was "hinter den Kulissen abgeht". Deshalb erwähne ich das mal: Beispiel also: Es sind 35 Spieler on, zusätzlich 4 GMs. Die Player halten sich entweder alleine, in kleinen Gruppen zu zweit oder zu dritt oder sogar in einer grossen Gruppe mit aktiven GMs sowie anwesendem Invis-GM, auf die Welt verteilt auf. Ein GM bearbeit zum Beispiel Pages, der andere Quester kann so ungestört mit den Playern RP machen (nehmen wir mal 5), während die anderen invis den Playern auf die Finger schauen. Ein GM schaut einem Newbie zu, um anschliessend auch mal ungefragt aufzutauchen und Fragen zu beantworten.
Durch die Anzahl der Spieler und der "freien" GMs, in diesem fall nur EINER ergibt sich, dass einige Spieler auch ohne GM-Beobachtung sind. Zwei davon spielen RP, und das schon kontinuierlich seit etwa zwei Stunden. Just in diesem Moment zappt der "freie" GM zu ihnen und lauscht ihrem RP. Es kommt was von den Playern rüber an Atmosphäre und Chartreue. Nach wenigen Minuten gibt es eine "Urgent-Page" und der GM wird aus der Beobachtung gerissen, weil die anderen GMs, so erfährt er über unseren GM-Chat gerade beschäftigt sind. Er gibt den Playern 50 RPPs, was er nach diesen 5 Minuten tollem RP für angemessen hält und zappt schnell weiter. (Es werden übrigens niemals weniger als 25 RPPs vergeben, weil alles darunter für uns und für euch eher als purer Hohn erscheint. Bitte hier jetzt kein: "Aber ich habe doch schonmal 10 RPPs bekommen." Das ist richtig. Das war am Anfang, als das mit den RPPs auch für uns neu war und wir noch nicht einschätzen konnten, wieviel da angemessen sind.) Also in diesem Fall "nur" 50 RPPs. Die 5 Spieler beim Quest-GM haben nach der Spielzeit von 1 Stunde und dem Schluss für heute zwischen 80 und 150 RPPs bekommen. Rein rechnerisch ergibt sich also Folgendes: 2 Stunden tolles RP =50 RPPs. 1 stunde ebenfalls gutes RP = 80-150 RPPs. Gerecht? Aus unserer Sicht ist es gerecht, denn wir haben das beurteilt, was wir sahen. Aus eurer Sicht sicher nicht und so kann ich euch ja auch verstehen. Dieses Beispiel gilt der Aufklärung, um euch näherzubringen, was eigentlich bei uns so passiert. Also seid bitte nicht böse oder gar verärgert, wenn ihr sogar mal keine RPPs trotz tollem RP bekommt. Wir vergeben keine Vorschusslorbeeren oder "der-spielt-doch-immer-so-gut"-RPPs. Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass niemand ein recht auf RPPs hat. RPPs sind immer noch und bleiben EINE BELOHNUNG, soweit wir auch RP sehen. Vielleicht sind es bei 25 RPPs, die ihr als Hohn empfindet, also die Anerkennung von 5 gesehenen Minuten RP. Und sagt selbst: Spielt ihr RP nicht, weil es euch Spass macht? Sind die RPPs nicht noch eine nette Aufmerksamkeit obendrein? Wenn ihr dies aus diesem Blickwinkel betrachtet, dann kommen wir uns hoffentlich näher in unseren Ansichten....


Ultima Online Freeshard - Terra Mystica