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Ahnenkult

Erläuterungen zum Ahnenkult auf TM

Beim Ahnenkult werden die Vorfahren verehrt. Diese Verehrung gestaltet sich in Form von Rauch-, Essens- und Trinkopfern. Die Wohnung ziert zumeist ein kleiner Altar, an welchem immer eine Kerze brennt und ggf. Erinnerungsstücke an die Toten aufbewahrt werden. Meist steht dort auch eine kleine Vase mit Blumen oder eine getopfte Pflanze. Einmal am Tag zu einer bestimmten Zeit versammeln sich alle Angehörigen vor diesem Altar und gedenken der Ahnen. Der älteste Blutsverwandte spricht ein Gebet. Räucherwerk wird entzündet und ein Tellerchen mit ein wenig Essen und ein kleines Glas mit Wein werden auf den Altar gestellt, dann setzt sich die gesamte Familie zu Tisch und nimmt die Hauptmahlzeit des Tages ein.
Als Dank wachen die Ahnen aus dem Jenseits über ihre noch lebenden Angehörigen und senden ihnen in schweren Zeiten helfende Botschaften, z.B. in Form von Träumen oder rauschinduzierten Trancen. Deshalb ist es üblich, dass beim Auftreten von Problemen die Ahnen befragt werden. Dazu wird ein Fest gefeiert, zu dem durch Gebete die Ahnen eingeladen werden. Es wird besonders üppig gegessen und getrunken, und natürlich werden auch dabei die Ahnen grosszügig bedacht. Der Alkohol fliesst in Strömen, zum Teil werden auch andere rauschbringende Dinge wie z.B. bestimmte Pilze genossen, es wird geraucht, laute rhythmische Musik gespielt und es wird bis zur Erschöpfung getanzt. Wenn am nächsten Tage alle wieder erwacht sind, erzählt man sich gegenseitig seine Träume und versucht daraus, den Willen und die Ratschläge der Ahnen zu ermitteln.
Wird ein Mitglied von seiner Sippe getrennt, so führt er den Ahnenkult für sich alleine fort. Sollte er kein Haus sein eigen nennen, so wird er sich einen markanten Landschaftspunkt suchen, an welchem er seiner Ahnen gedenkt, den er regelmässig mit Blumen schmückt und an welchem er Essens- und Trankopfer spendet. Braucht er einen Rat, wird er sich dorthin zurückziehen, ein Lagerfeuer errichten und mittels Gebete seine Ahnen einladen, an dem Festmahl teilzunehmen. Es folgt eine reichhaltige Mahlzeit, bei der ein Teil des Essens und der alkoholischen Getränke für die Ahnen ins Feuer geworfen, bzw. auf den Boden gegossen werden. Dann tanzt der Kultist bis zur völligen Erschöpfung und sorgt nebenbei für den nötigen Rausch, in welchem ihm die Ahnen ihre Ratschläge kund tun können.
Ein Angehöriger des Ahnenkultes kann, aber muss nicht, an einen oder mehrere Götter glauben. Das wesentliche an seinem Glauben ist, dass er glaubt, ohne die Fürsorge seiner Ahnen verloren zu sein. Er kann, unabhängig von den Göttern, den Licht dienen ("gut" sein), der Finsternis dienen ("böse" sein) oder sich bemühen, das Gleichgewicht zwischen "gut" und "böse" zu bewahren ("neutral" sein). An Gesinnung steht ihm die Bandbreite zwischen freiheitlich und regelfeindlich zur Verfügung. Regeltreu wird ein Ahnenkultist nur selten sein, da er viele Entscheidungen "nach Gefühl" und "aus dem Bauch heraus" treffen wird, um die Ratschläge zu beherzigen, die ihm seinen Ahnen im Traum gaben. Ein Vorhaben, wobei strikte Regeln und Gesetze häufig hinderlich sind. Rein egoistisches Verhalten wird er auch nicht zeigen, da er stets auch an das Wohlergehen seiner Sippe denken wird (selbst, wenn diese Sippe vielleicht noch nicht existiert).


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