Bestiarium
Lebewesen Britannia, Monster, Tiere und sonstige Gestalten
Übersicht
- Beobachter
- Gargoyles
- Golems
- Harpien
- Kopflose
- Mumien
- Seelenlose
- Skelette
- Sumpfmonster
- Schleime
- Schlitzer
- Verfluchte Bäume
- Zombies
Beobachter
Aufzeichnung eines Gelehrten
Ein Beobachter lässt sich nicht direkt einer bestimmten Klasse zuordnen. Er gehört meines Erachtens am ehesten zur Klasse der niederdämonischen Wesen. Seine Gestalt ist kugelförmig. In der Mitte seines Körpers befindet sich ein großes Auge. Zudem befinden sich an seinem Rumpf fünf Tentakel, welche ebenfalls mit einem Auge am Ende besetzt sind. Mit Hilfe der Tentakel können sie in beliebige Richtungen gedreht werden. Er bewegt sich schwebend in etwa 1,50 Meter bis 2 Meter höhe fort, was die Vermutung aufkommen lässt, dass er grundlegende Fähigkeiten der Magie für diese Art der Fortbewegung beherrscht. Die körperliche Eigenschaften dieses Wesens und auch seine direkte Gefahr für Abenteurer, ist nicht ganz einzuordnen, da er ohne die Fähigkeit, eine Waffe zu halten, scheinbar ein leichtes Ziel ist, doch hat sich schon so manch Abenteurer dadurch in die Irre führen lassen und sah sich durch Zauberei beeinflusst oder gar verletzt.
Ich hört davon, dass sie in der Vergangenheit recht häufig als Spion eingesetzt wurden. Bewegen sie sich doch lautlos fort und haben eine ausgesprochen gute Wahrnehmung. Wie jedoch Magier an die Informationen von ihrem Spion gelangten, ist mir noch nicht offenbar. Es gilt als verlorenes Wissen längst vergangener Zeiten.
Den Geschichten der Erzähler zufolge, ist der Beobachter ein Geschöpf Nugors. Dieser soll durch eine List und mit Hilfe seiner magischen Fähigkeiten, Alwyzz feinsten Kristallsand in sein Auge geblasen haben. Sogleich begann das Auge zu Tränen und Alwyzz konnte für einen Augenblick nicht sehen. Diesen Moment nutzte Nugor, um eine Träne in einem Behältnis aufzufangen. Anschließend verhandelte er mit Volo, um einen kleinen Tropfen seines Elexiers zu bekommen, welches aus dem Blute Libanus gewonnen war. Es war nicht leicht, sich handelseinig zu werden, doch nachdem er ihm eine wollüstige Nacht mit Ludia versprochen hatte, willigte dieser ein. Glücklicherweise brauchte er sein Versprechen nicht einzuhalten, da Volo in berauschtem Zustand einen Tropfen bereitwillig herausrückte, ohne den Preis zuvor zu fordern. Später erwähnte er Volo gegenüber, daß er den Tropfen wohl doch nicht für sein Experiment benötigte.
Nugor nahm einen Brocken Fleisch, mengte 5 Augäpfel von verschiedenen Tieren bei, zudem noch das eines Drachen und brachte das Hirn eines Menschen hinzu. Der Elexiertropfen Volos abschliessend hinzugebracht, liessen eine neue Kreatur entstehen. Nach der Zugabe von Alwyzz Träne begannen die toten matten Augen wieder zu sehen. Das Geschöpf war so, wie er es sich vorgestellt hatte. Um es vor anderen zu verbergen, brachte er es in eine dämonische Ebene. Von dort aus, würde er es holen, so er Informationen bräuchte. Nach einiger Zeit wurden die Dienste des Spiones benötigt. Beim Eintritt in die Ebene fand er jedoch mehr als nur eines dieser Wesen vor. Erfreut nahm er dies zur Kenntnis und machte sich keine weiteren Gedanken darüber, was es damit auf sich hatte. Hatte er doch nun ein ganzes Netzwerk an Spionen die er aussenden konnte...
Wer weiss, ob diese Geschichte sich so zutrug. Eine Menge von Zuhöreren sah ich selbst sich mehr als nur einmal umdrehen und umschauen als ein Barde diese erzählte. Sicher um sich zu gewissern, dass kein Beobachter in den Ecken zusah.
Beobachter werden auch: Betrachter, Gazer oder auch sechsäugiger Sucher in anderen Teilen des Landes genannt.
Gargoyles
Aufzeichnung eines Gelehrten
Gargoyles zählen zur Klasse der Elemtarwesen/dämonischen Wesen. Ihre Erscheinungsform ist unterschiedlich und nicht jeder, der solchen gegenübersteht, weiss um die besonderen Eigenschaften oder die Herkunft dieser, oder weiß gar, daß es sich um einen solchen handelt. Meist sprechen Abenteurer eher von Dämonen, so daß ich sie als solche klassifizieren werde. Meist stellte sich ein Gargoyle den Menschen als etwa 3 Meter große Gestalt mit ledernen Schwingen dar. Seine Haut selbst ist von matter Natur und bemerkenswert hart. Er ist von großer Kraft und Schnelligkeit und auch für erfahrene Krieger ein ernstzunehmender und gefährlicher Gegner.
Nach den Erzählungen, die mir in Vesper von einem wandernden Barden dargebracht wurden, heisst es, dass einst Cunna eine geflügelte Steinstatue erschuf. Diesem Meisterwerk der Bildhauerei gab sie den Namen Gargoyle. Als Nugor diese erblickte, wollte er sie sogleich besitzen und versuchte, die Statue Cunna abzuschwatzen. Doch schlugen alle Versuche fehl, sie davon zu überzeugen, dass diese wie gemacht für ihn wäre. Auch den Tausch von anderen wertvollen Waren schlug Cunna aus. So beschloß er, in der Dunkelheit zu ihr zurückzukehren, um sich sein neuestes Stück in seiner schon gut bestückten Sammlung an Meisterwerken und wundervollen Gegenständen abzuholen. Cunna hingegen, die im Laufe der letzten Jahre immer wieder einige ihrer Werke vermißte, schützte mittlerweile diese mit einigen Zauberrunen, welche sie in diese eingearbeitet hatte. Zwar schützten diese nicht vor dem Diebstahl, doch würden sie dafür sorgen, dass der Dieb keinerlei Freude an ihrer Arbeit hatte. So war es auch für Nugor keine langwährende Freude. Noch in der Nacht, in der er die Statue in ein gutes Versteck zu den anderen gebracht hatte, musste er feststellen, dass sie zu leben begann. Welch Zauber auch immer hier am Werke war, plötzlich begannen auch die anderen Exponate sich zu bewegen. Er verbarg sich zunächst und schaffte es dann mit List, diese Wesen, er nannte sie Gargoyles nach dem letzten Werke Cunnas, hinauszulocken, und sie folgten ihm in die Nähe der Menschensiedlungen. Dort ließ er sie zurück und suchte das Weite. Die Wesen durchstreiften entweder fliegend, auf Krallenfüssen, oder auf zwei Beinen die Welt, bis sie im Morgengrauen zu Stein erstarrten. Ein Händler, welcher eine solche Statue fand und zu seinem Hause beförderte, starb die Nacht darauf. Seine Haustür war zertrümmert und auch die Einrichtung war zerstört worden. Als Cunna davon erfuhr, soll sie ihren getreuen Anhängern über Boten mitgeteilt haben, dass sie sich vor "Gargoyle" in acht nehmen sollten und nur noch Menschen oder Tiere in bildhauerischer Kunst fertigen mögen. Auch Nugor, so heisst es, wies seine Anhängerschaft an, keine Statuen zu erwerben, welche dem Bildnis Gargoyles glichen.
[persönliche Fussnote]: Was daran wahr ist, und was sich ein findiger Händler vielleicht ausgedacht hatte, um seine Konkurrenten, die mit solchen handelten, auszustechen, wer vermag dies anhand der vorliegenden Informationen zu beurteilen? Aber niemand hat sicherlich gern "einen Gargoyle im Garten".
Golems
Aufzeichnung eines Gelehrten
Ein Golem zählt zur Klasse der Elementarwesen. Seine Statur ist gigantisch und grobschlächtig und mit seinen etwa 3,5 m furchteinflössend. Was dieses Wesen wirklich vorantreibt, vermochte noch niemand zu ergründen, da es nicht über ein Sprachorgan verfügt.
In Sagen und Mythen wird erzählt, dass Volo einst der schlafenden Libanu einen lebensspendenden Blutstropfen stahl, um daraus ein äusserst berauschendes Getränk herzustellen. Doch in dem Moment, indem er seine Mixtur vollendet hatte, erschien Alwyzz und versuchte voller Sorge, ihm die Phiole zu entreissen. Der Inhalt ergoß sich hierbei auf den Boden, welcher sich sogleich verformte und die Gestalt eines Lehmgolems annahm und die beiden Götter attackierte. Nicht ohne Anstrengung gelang es den beiden, das Wesen von immenser Kraft zu zerschmettern. Als sich die einzelnen Brocken und Bruchstücke wiederum regten und zu wachsen begannen, wurde ihnen klar, dass das Zerstören der Gestalt nicht auszureichen vermochte. Mit seiner geistigen Kraft gelang es Alwyzz, die Wesen von sehr niedriger Intelligenz zu kontrollieren. Die beiden brachten diese in die Tiefen der Gebirge und begruben sie unter Tonnen von Felsgestein, auf dass sie niemals wieder über den Erdboden wandeln sollten und in dem Element, welches sie hervorbrachte, gefangen waren.
Manchmal, so ist es ein eine Redensart der Bergarbeiter, hört man den Berg sprechen, wenn tief unten aus dem Fels ein Grollen ertönt. Was einige jedoch auch mit Entsetzen feststellen durften, war das plötzliche Auftauchen eines steinernen Ungetüms aus dem Erdreich, als sie in den Minen nach Erz schürften.
[persönliche Fussnote]: War diese Sage wohl doch mehr, als nur eine unterhaltsame Geschichte, vor dem abendlichen Kaminfeuer?
Vor kürzerer Zeit tauchten erstmals auch ähnliche Wesen auf von seltsamen Schimmer. In ihrer kristallinen Form wurde das Licht gebrochen, wie in einem kostbaren Edelstein. Das erste Mal, daß sie gesichtet wurden, war, als ein seltsam blaues Schimmern den Himmel über dem Gebiet erhellte, an dem einst die Akademie der arkanen Künste gestanden haben sollte. Dieses Gebäude galt für lange Zeit verschollen und unauffindbar, doch als es in diesem Moment an seinen ursprünglichen Platz zurückkehrte, brachte es diese Wesen mit sich. Sie griffen diejenigen an, welche dem Leuchten am Himmel gefolgt waren. Nicht das härsteste Metall schien ihnen auch nur den geringsten Schaden zuzufügen, doch ist überliefert, dass bestimmte Töne sie zum Klingen brachten und es so schliesslich gelang, ihre feste Struktur zum Zerspringen zu bringen.
Natürlich wurden sogleich neue Geschichten erdacht, wie diese Wesen enstanden sein mochten und flossen in Erzählungen der Barden, Gaukler und Märchenerzähler mit ein. Es heisst in diesen, daß Volo nach dem ersten Vorfall getrieben war, sein Experiment fortzusetzen. So gelang es ihm erneut, der schlafenden Libanu einen Blutstropfen unentdeckt zu stehlen, ohne dass es Alwyzz bei diesem Male mitbekam, da seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge gelenkt worden waren, die Volo inszeniert hatte. Er vollfertigte die Mixtur in einer verborgenen Elementarebene und trank davon einen winzigen Tropfen. Der gewünschte Rauschzustand blieb nicht aus. In diesem spielte er mit winzigen Tropfen herum und träufelte in seinem euphorisch beschwingten Zustand die Mixtur auf Diamanten. Es erwuchs ein Kristallgolem. Überrascht, jedoch auch in diesem Zustande amüsiert, musste Volo feststellen, dass der Golem der göttlichen Zerstörungskraft standhielt, so dass er mit heiterem Gelächter das Weite suchte in einer andere Ebene. Wer weiß, ob es sich nicht wirklich so zugetragen hat, und welche Kreaturen wiederum in beschwingten Zustand erschaffen wurden?
Golems sind von großer Kraft, und ihnen entschlossen entgegenzutreten, mag mehr töricht als mutig sein. Einem solchen Wesen aus Sorge um sein Leben aus dem Weg zu gehen, hat wohl so manchem Abenteurer schon das selbige gerettet.
Harpien
Aufzeichnung eines Gelehrten
Eine Laune der Natur, so heißt es unter den Menschen, welche schon voller Verwirrung diesen Kreaturen gegenüberstanden, haben einen Vogel und den Leib eines Menschen zusammengeführt. Die Harpien können sich sowohl auf ihren kräftigen, krallenbewehrten Vogelbeinen als auch mit ihren Schwingen, welche eine Spannweite von bis zu 6 Metern erreichen können, mit großer Geschwindigkeit fortbewegen. Schon über weite Entfernung sind ihre ohrenbetäubenden schrillen Laute zu vernehmen. Ihre Wahrnehmung ist scharf und sie erspähen und attackieren blitzschnell ihre Beute, wobei sie nicht einmal vor ausgewachsenen Grizzlybären Halt machen, mit denen sie es mit Leichtigkeit aufnehmen können. Auch erfahrene Krieger, welche im Kampf erprobt sind, wissen um die Kraft und tückischen Hackangriffe der Kreaturen. Harpien findet man häufig in der Nähe der Berge, wo sie auch meist ihren Brutplatz haben. Sie treten meist in Gruppen auf und verteidigen sich und ihre Brut gemeinschaftlich. Manche Harpien haben eine sehr dicke ledrige Haut, deren Maserung an Sandstein erinnert, weshalb man ihnen auch den Namen Steinharpien gab.
Kopflose
Aufzeichnung eines Gelehrten
Diese obskuren Kreaturen zählen zu den untoten Wesen dieser Welt. Sie bewegen sich langsam am Orte ihre Grabstätte oder in der Nähe ihres Ablebens umher. Warum diese Kreaturen keine Ruhe fanden, ist umstritten. Manche vermuten, daß einige von ihnen enthauptet wurden und in dem Unrecht, aus dem sie heraus starben, schworen wiederzukehren. Andere wiederrum vermuten, daß ihre Gräber geschändet wurden und ihnen in diesem Akt der Schändung der Kopf genommen wurde und die Totenruhe gestört wurde. Diese Wesen mögen solange nicht ruhen, bis sie ihren Kopf zurückerlangt haben. Viele Geschichten und Sagen drehen sich um diese Kreaturen und jemandem zu sagen, er renne kopflos herum, gibt diesen Worten mit dem Gedanken an diese Wesen eine ganz neue Bedeutung.
Der Namenlose selbst soll den Kopflosen den Zugang zu seinem Reiche verwehren, doch auch dies sind bislang nur Schauermärchen und Geschichten, die gern in kalten Winternächten vor dem warmen Kamin bei der Handarbeit erzählt werden.
Kopflose besitzen keine große Kraft und sind sogar für unerfahrene Krieger ein zu überwältigender Gegner. Die einzige Kraft, die sie in dieser Welt hält, ist vielleicht die der Rache, oder die Begierde, ihr fehlendes Körperteil zurückzuerlangen. Kopflose bewegen sich verhältnismässig langsam und unkoordiniert. Ihre wilden Schläge laufen oftmals ins Leere, was so manchen übermütigen Krieger auch zu Spässen veranlasste. Verwundert mag ein Kämpfer, der gegen diese Kreatur antritt, gelegentlich sogar einen alten Hut die kopflosen Schultern zieren sehen.
Mumien
Aufzeichnung eines Gelehrten
Eine Mumie zählt zur Klasse der untoten Kreaturen. Der dürre Körper der Kreatur ist umwickelt mit Leinen. Sie bewegen sich sehr langsam voran, doch ist die körperliche Kraft ihres balsamierten und ausgetrockneten Körpers nicht zu unterschätzen und keineswegs mit der eines Zombies gleichzusetzen. Vor allem in den Kulturkreisen des Südens war es üblich, die Toten einzubalsamieren, um das Wasser, die kostbare Essenz des Lebens, so lang wie möglich im geliebten Verstorbenen zu wahren, um ihm den Übergang in das Totenreich zu erleichtern.
Den Sagen und Mythen zufolge wurde dieser Brauch vom Pharao Tut-El-Shabal eingeführt, welcher seinen Hohepriestern genaue Anweisungen über die Vorgehensweise der Einbalsamierung gab. Ob er dies tatsächlich aus dem oben genannten Grunde tat, ist ungewiss, da manche Erzählungen davon berichten, dass dieser Pharao einen Pakt mit dem Namenlosen schloß. So sollte sein Körper und die darin befindliche reisebereite Seele auf besondere Weise dargebracht werden, auf daß der Namenlose ihn sogleich erkennen möge. Einer solchen Seele wollte der Namenlose es gestatten, zurück in seinen Körper zu kehren, so sich Unbefugte Zutritt zur Grabstätte verschafften, um möglicherweise Schändungen zu begehen. Eine Wiedergeburt in einen neuen Körper aufgrund dieses Paktes sollte dieser jedoch verwehrt bleiben.
Da hin und wieder weitere Mumien auftauchten, flossen wilde Erklärungen in die bestehenden Sagen. Man sagt, dass auch für alle anderen, die auf diese Art und Weise später durch die Priester bestattet wurden, ebenfalls dieser Pakt galt. So finden Abenteurer in Pyramiden, Grüften sowie anderen abgelegenen Orte diese Untoten vor, welche sich aus ihren Gräbern erheben und sich ihnen entgegenstellen.
Seelenlose
Aufzeichnung eines Gelehrten
Seelenlose zählen zu den Geisterwesen. Ihre Erscheinungsform gibt dem Betrachter so manches Rätsel auf. So fehlen der bleichen Gestalt die Beine. An ihrer statt findet sich eine Art Schwanz oder nur eine Art verlängerte Wirbelsäule. Ob ursprünglich das lebende Wesen solche besessen hat, darüber streite ich mich seit Jahren mit anderen Gelehrten. Sie bewegen sich eine Handbreit über dem Boden schwebend fort. Ihre deformierte und furchterregende Fratze reissen sie hin und wieder auf, um ihr einen markerschütternden Laut entweichen zu lassen. Ob es sich hierbei um Wehklagen handelt, vermochte ich noch nicht zu deuten, wenngleich sich jedem Hörer dieser Eindruck aufzwängt.
Der Sage nach waren diese Geschöpfe einst Lebewesen, welche freiwillig einem anderen ihre Seele gaben. Sei es in einem Handel, welcher schriftlich in einem Vertrag festgehalten wurde oder als obskures Geschenk. Der Namenlose selbst, welcher nicht duldete, dass sie achtlos einem anderen Sterblichen ihre Seele übereigneten, belegte die lebenden Seelenlosen mit einem Zauber, dass sie solange keine Ruhe finden mögen, bis dass sich Seele und Körper wiederfinden sollten. Auch sollten sie sich weder auf eigenen Beinen noch kriechend über den Boden fortbewegen. Mächtigen magisch begabten Personen sollten sie gehorchen.
Einer der bekanntesten Seelenlosen soll Brisgam Heljaff sein. Zu Lebzeiten war er zunächst ein erfolgloser Barde, der sogar ohne Bezahlung in Tavernen spielte, damit er sich in kalten Tagen am Feuer wärmen durfte, oder ein paar Speisereste aus der Küche erhielt. Doch wendete sich sein Schicksal später, als er für den Preis seiner Seele ein magisches Musikinstrument, eine Laute, erstand, mit der er es vermochte, die Leute in beste Laune zu versetzen und sie zum Tanzen und Trinken zu animieren. Von diesem Tag an war er jederzeit ein gern gesehener und gutbezahlter Gast in jeder Taverne des Landes. Als er jedoch während einer Schlägerei in einem Gasthaus ums Leben kam und sich sein Körper in eine dieser Kreaturen verwandelte, sprach man nur noch vom seelenlosen Barden. Spöttisch ergänzte man auch, dass sein Instrument eine Seele hatte.
Seelenlose treibt sicherlich nur der Drang, ihre Seele zurückzuerlangen. So greifen sie Abenteurer ohne Zögern an, um bei ihnen vielleicht den Vertrag über ihre Seele zu finden, welcher sie in dieser Welt fristen lässt. Sie sind nicht von sonderlich großer Kraft, doch einem unbedachten und schlecht gerüsteten Abenteurer vermögen sie arg zuzusetzen und zur Gefahr zu werden.
Auch für diese Kreaturen finden sich im Volkesmund verschiedene Begriffe. Nicht selten hört man Menschen in diesem Zusammenhang auch von Seelensuchenden oder Entseelten reden.
[OOC!: Necromanten haben nicht selten Interesse an den Seelen der Menschen, da es ihnen somit möglich wird, so sie ausreichend den arkanen Kräften mächtig sind, diesen nach ihrem Ableben zu befehlen.]
Skelette
Aufzeichnung eines Gelehrten
Skelette sind gefallene Krieger oder Magier, die ihren Weg zum Namenlosen nicht fanden, oder sich an ihren Körper dermassen klammerten, daß sie ihn weiterhin kontrollieren. Auch längst, nachdem alles faulige Fleisch sich im Prozesse der Fäulnis vom Körper abgelöst hat und den Blick auf gebleichte Knochen und eine knochige Fratze freigab, hält ihr Geist diese in ihrer Überzeugung, noch nicht tot zu sein, zusammen. Oftmals getrieben von ihrem ehemaligen Geltungsbedürfnis, einem Schwur, einem Fluch oder dem einstigen Wunsch nach Ruhm und Macht, suchen sie die Konfrontation mit anderen. So ist es nicht überraschend, sie auf Friedhöfen und in deren Grüften vorzufinden, wo sie einst ihr Leben gegen dunkle Kreaturen aushauchen sollten, doch nun als ein Teil dieser furchterregenden Gestalten in ihrem unheiligen Dasein gegen tapfere Recken aus Fleisch und Blut streiten.
Aufgrund fehlender Sprachorgane können sie sich anderen nicht mitteilen. Ihre Sprache ist vielmehr der Weg der Waffen oder der instinktiven Nutzung einst beherrschter einfacher Magieformen. Den Fehler, die Kräfte der Skelette zu unterschätzen, machte so mancher nur ein einziges Mal. Einige, die schwerverletzt davon zu berichten wußten, hüteten nicht selten gar mehrere Wochen das Krankenbett, da sich die Wunden ob der schartigen und angerosteten Waffen schnell entzündeten. Viele Namen werden im Zusammenhang mit den bleichen Kreaturen gennant. So nennt man sie auch: Skelettkrieger, Gerippe, Skelettritter, Düstere Seelen, Bleichgebeine
Sumpfmonster (Wassermonster)
Aufzeichnung eines Gelehrten
Sumpfmonster sind keiner Klasse zuzuordnen. Ihre Körperform lässt sich wohl mit keiner lebenden Kreatur vergleichen. Ist es doch scheinbar ein riesiger Brocken Fleisch, aus welchem Stachel herausragen und welcher sich mit einer Vielzahl von Tentakeln fortbewegt. Zudem besitzt dieses Wesen drei klauenartige Greifarme. Dominiert wird die Vorderseite des Wesens durch ein riesiges Maul, indem sich dolchgrosse Zähne befinden. In sumpfigen Gegenden ist es durch seine grünliche Körperfarbe gut getarnt und, wenn es bewegungslos verharrt, kaum zu entdecken. Wenn es sich jedoch recht schwerfällig aufgrund seiner Körpermasse von beinahe einer Tonne und seiner Höhe von etwa 2,5 Metern in Bewegung setzt, entgeht dies dem aufmerksamen Wanderer kaum. In anderen Gegenden wurde auch schon eine andere Körperfärbung der Kreatur beobachtet, so dass man annimmt, dass es seine Farbe der Umgebung anzupassen vermag. Diese Kreatur besitzt große Kraft und auch erfahrene Abenteurer nähern sich nur mit äußerster Vorsicht, da schon allein das Gewicht sie erdrücken und ihrem Leben ein jähes und schmerzhaftes Ende bereiten könnte. Erst einmal in den Fängen der Klauen dieses Wesen, oder gar gefangen in den mächtigen dolchgroßen Reißzähnen, wäre wohl der sichere Tod. Ob nicht auch die Stacheln auf des Wesen Haupte wie der Stachel eines Skorpiones vergiften, vermochte mir noch kein Abenteurer zu berichten.
Schauergeschichten und Sagen um die Sümpfe gibt es in einer wahrlich großen Anzahl. So schrieb man bislang den Erzählungen von Abenteurern, die über diese Wesen berichteten, nicht viel Bedeutung bei, da schon viele in den Sümpfen durch verwirrende Lichter, oder aufsteigende Sumpfgase verwirrt und benebelt waren. Man erzählt sich jedoch, dass diese Kreaturen nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche lauern, um passierende Lebewesen zu packen, zu verschlingen oder mit sich in die Tiefe zu reissen.
In druidisch schamanistischen Kulturen vernahm ich, dass diese Kreatur als eine Art fleischfressende Pflanze gilt, welche erfüllt wurde durch einen Geist. In Stämmen, welche kannibalistisch leben, wird dieses Wesen, soweit ich die primitiven Sprachausdrücke einzuschätzen vermochte, als eine Art Gott verehrt.
Welchen Göttereinfluß und welche Herkunft die Menschen diesem Wesen beimessen, wird sich wohl in den Geschichten zeigen, welche von Barden und Märchenerzählern dargebracht werden, dessen bin ich mir gewiß.
Schleime
Aufzeichnung eines Gelehrten
Schleime, wie sie oft im Volksmunde genannt werden, sind riesige klebrig wirkende, gallertartige Wesen, welche wirbellos umherkriechen. Sie besitzen, wenn man davon sprechen kann, eine sehr geringe Intelligenz. Einzig ihr Freßtrieb scheint sie voranzutreiben.
Ihre Existenz beruht darauf, so erzählen es Barden und Märchenerzähler in ihren Mythen, Sagen und Liedern, daß Tunkali die Herrin der Krankheiten selbst, einigen Tieren ihre Gebeine und das Fell und somit auch ihre ursprüngliche Form nahm, um sie für ihre Zwecke zu mißbrauchen.
Schleime scheinen zur Ernährung ihre Opfer zu umhüllen und in ihrer gallertartigen Masse aufzufressen, bzw. aufzulösen. Unverdauliche Bestandteile des Opfers werden aus ihrer Umhüllung schließlich freigegeben. Sie scheinen weder zwischen Art noch der Größe der Opfer unterscheiden zu können. Es wird berichtet, daß sie ganze Menschen in ihrer Masse umhüllten. Den Tode findet die Beute entweder durch Ersticken, oder durch das säureartiges hochgiftiges Verdauungssekret, daß die Schleime ausscheiden oder verspritzen.
Manche Krieger, welche diesen Kreaturen begegneten, wußten auch von seltsamen Begebenheiten zu berichten, die schwarzer Magie zugeschrieben wird. So sah man sich plötzlich gar zwei schleimigen Kreaturen gegenüber, wo zuvor nur eines zu erkennen war. Ob sich Schleime also zu zweit aufhalten, oder ob dies alles der Vorstellungskraft der angegriffenen Personen entspringt, ist ungewiß. Tunkali mag dies vielleicht zu beantworten wissen.
Zu finden sind Schleime sowohl in Kanalisationen, wo sie sich vom Unrat der Menschen ernähren, als auch in Feuchtgebieten, wie Sümpfen und Moore, wo sie sich an den Opfern der Gegenden gütlich tun. Schleime stellen für erfahrene, gut gerüstete Krieger eine eher geringe Gefahr dar, so sie sich aufmerksam den umhüllenden Attacken zur Wehr setzen. Die gründliche Reinigung der Haut, sowie auch der Ausrüstungsgegenstände nach einer Schleimattacke scheint sich jedoch bewährt zu haben, da das Sekret auch nach mehreren Tagen seine ätzende Wirkung nicht zu verlieren scheint.
Schlitzer
Aufzeichnung eines Gelehrten
Ein Schlitzer zählt zur Klasse der untoten Kreaturen. Meist in eine zerschlissene Kapuzenrobe gehüllt, welche seine durch Fäulnis entstellte Fratze verbirgt, lauert er den Lebenden auf, um diese auf heimtückische Weise zu ermorden. Unachtsamen Abenteurern entging schon sein Herannahen, und sahen sich plötzlich seinem verrostetem Messer oder einer knöchernen Faust gegenüber, welche er gekonnt einzusetzen wusste.
Der Sage nach war diese Kreatur zu Lebzeiten ein von Hass getriebener Mensch, welcher unschuldigen Opfern das Leben nahm. Da zwar mit seinem Tode das Leben selbst aus ihm wich, jedoch nicht dieser brennende und verzehrende Hass, konnte die Seele keine Ruhe finden und nicht in das jenseitige Reich übergehen. Weiter getrieben und ruhelos, erwartet der Schlitzer weitere Opfer meist an abgelegenen Orten. Im Volksmunde gibt es ein Sprichwort, welches sich so manch einer besser zu Herzen hätte nehmen sollen, bevor er mit gurgelndem Geräusch aus offener Kehle zu Boden sank. Es lautet: Wenn Du einen Schatten aus den Augenwinkeln siehst, schau nochmals genau hin, es könnte nicht dein eigener sein.
Verfluchte Bäume
Aufzeichnung eines Gelehrten
Ein verfluchter Baum gehört zu den Elementaren und Geisterwesen. So manch ein Abenteurer, der im Walde unterwegs war sah sich hin und wieder einem Baume gegenüber, dessen Krone keine Blätter mehr trug. Auch seine Wurzeln waren nicht mehr in der Erde verankert, sondern wandelnten wie Beine oberhalb der Erde. Manche glaubten, auf der Rinde eine Art Gesicht zu entdeckten, doch dies mag auch nur der Anschein gewesen sein, weil die Rinde gerissen und spröde war und ein Ast mittig wie eine Nase schien.
Es heisst in Menschensagen, dass sowohl gute als auch böse Geister des Waldes in Bäumen wohnen. Wird eine solche Behausung durch einen Holzfäller geschlagen, so rächt sich der Geist, indem er sich mit dem Baum verbindet und auf die Suche nach dem Axtschwingenden geht.
Druiden, Elfen und andere Wesen des Waldes oder mit einer besonderen Verbindung zur Natur, glauben hingegen nicht an diese Geschichte der bösen Geister. Sie glauben eher daran, dass Bäume eine Seele besitzen und diese durch unglückliche Umstände verletzt wurde. Sei es durch Magie oder andere Einflüsse. So heisst es auch unter den Elfen und in ihren Liedern, dass sie dem Lied des Waldes folgten und einen dieser Bäume retteten.
In anderen Sagen und Mythen heisst es wiederum, dass es sich bei diesen Wesen um die letzen verbitterten Geschöpfe eines ehemals wandernden Waldes handelt.
Spricht man von diesen Bäumen, so hört man nicht selten auch die Bezeichnungen: Verwunschener Baum, Geisterbaum, hölzerner Wandernder, Dryardenzorn
Zombies
Aufzeichnung eines Gelehrten
Ein Zombie ist eine untote Kreatur. Nach dem Tode eines Menschen wurde der dem Fäulnisprozess ausgelieferte Leichnam auf magischem Wege wiederbelebt. Um ihre Existenz zu halten und nicht vollends zu verfallen, dürstet es sie nach frischem Hirn und frischem Fleisch. Zombies besitzen nicht mehr die Intelligenz und Stärke, die der Mensch zu Lebzeiten inne hatte. Abgesehen vom schrecklichen Anblick und dem überaus unangenehmen Gestank, stellen sie eine mäßige Gefahr für gute Krieger dar. Doch im Schrecken, in der Furcht oder gar dem Ekel hat schon so manch Abenteurer tiefe, sich entzündende Wunden erlitten oder ist vor ihrem Anblick geflüchtet.
Menschen (ooc:Nekromanten), welche Zombies unter ihre Kontrolle bringen, können diesen einfache Befehle erteilen, die bedingungslos befolgt werden.
Ein Mensch, der aus freien Stücken, durch einen Schwur oder durch die Umstände seines Ablebens nicht seine Ruhe finden kann und als Zombie sein Dasein fristet, nennt man auch im Volksmunde: Wiedergänger, Ruheloser oder Wiederkehrer.
Zombies scheinen an Orte, Gegenstände oder auch an Personen gebunden. Selten findet man sie fernab dieser. An den Orten, wo diese anzutreffen sind, findet man nicht selten auch Skelette. Im weit vorangeschrittenen Fäulnisprozess mag es möglich sein, daß Zombies nicht einfach zerfallen, sondern die in ihnen steckende Magie weiterhin so stark ist, daß die Gebeine ohne das faulige Fleisch umherwandeln. Auch andere einfache Geltungstriebe mögen Ursache für das Fortbestehen sein. --> Skelette

